25 February 2026

Eine Stimme für die lokale Wirtschaft

Eine Stimme für die lokale Wirtschaft im Handwerk

Eine Stimme für die lokale Wirtschaft

Erlangen | Mit Blick auf die Kommunalwahl am 08. März 2026 wirbt die Kreishandwerkerschaft Erlangen, Hersbruck und Lauf für mehr Verständnis für die lokale Handwerkerschaft. „Wirtschaft ist nicht immer gleich Wirtschaft“, betont Geschäftsführer Wolfgang Mevenkamp. In manchem Rathaus oder manche Wähler werde das nicht sauber getrennt. In Erlangen hat die wirtschaftsfreundliche Politik häufig den Bedarf eines globalen Großkonzerns im Fokus. „In der Folge können aber die Interessen des regionalen Mittelstands und Handwerks ins Hintertreffen geraten“, so seine Befürchtung.

Das Handwerk gilt als Wirtschaftsmacht von nebenan. Sie verstehen sich als langfristig orientierte Arbeitgeber, die nicht etwa mit Blick auf Aktienkurse oder Quartalsberichte Mirtarbeiter entlassen oder Geschäftsbereiche versilbern. Sie sorgen dafür, dass Schulabgänger um die Ecke einen Ausbildungsplatz bekommen. Und viele Betriebe greifen in die eigene Tasche, um die Vereine vor Ort in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Bedarf der Handwerker unter die Lupe 

Ein gutes Beispiel für Bürokratieabbau ist der neue Handwerksparkausweis+. In einem Kraftakt haben Erlangen gemeinsam mit Nürnberg, Fürth und Schwabach ein einheitliches Dokument geschaffen, das in allen vier Städten die gleichen Parkerleichterungen gestattet. „So stellen wir uns eine schlanke Bürokratie vor.“ Für Wolfgang Mevenkamp ist das gute Beispiel im besten Falle erst der Auftakt.


Für das mittelständische Handwerk gibt es aber viele Baustellen, um sich im Standortwettbewerb zu behaupten. Dazu zählt der Kampf um größere Betriebsflächen, der als großes Problem gilt. In den Ämtern stoßen die Betriebschefs oftmals auf langwierige Entscheidungswege, die neben dem Tagesgeschäft ausgefochten werden müssen. „Wir sehen einen Mangel an passgenauer Unterstützung für unsere kleinen und mittleren Betriebe.“

Konflikt im Erlanger Rathaus

Aktuell liegt die Verantwortung im Erlanger Rathaus beim Wirtschafts- und Finanzreferenten in Personalunion. „Das führt aus unserer Sicht zu einem Zielkonflikt“, gibt Wolfgang Mevenkamp zu bedenken. Denn die Wirtschaftsförderung sollte eigentlich den Betrieben das Leben einfacher machen. Das gilt etwa dann, wenn es um Gestaltungsfreiräume, Investitionen und Geschwindigkeit bei Entscheidungen geht. Das Finanzreferat hat dagegen primär den städtischen Haushalt im Blick und folgt der Regel, jeder nicht ausgegebene Euro ist ein guter Euro. „Diese doppelte Zuständigkeit darf die Handlungsfähigkeit nicht hemmen – insbesondere zum Nachteil kleiner Betriebe, die auf engagierte und durchsetzungsfähige Vertretung angewiesen sind.“

Lokale Steuern setzen Erlangens Handwerker unter Druck

Zu den wenigen Steuern, über deren Höhe auf kommunaler Ebene entschieden wird gehören Grundsteuer und Gewerbesteuer. Die erneute Anhebung des Grundsteuer-Hebesatzes auf 625 Prozent ist bereits die zweite Steigerung in kurzer Zeit – 2024 lag er noch bei 440 Prozent. Das trifft Handwerksbetriebe, die Eigentümer ihrer Betriebsgrundstücke sind. Aber auch Betriebe, die ihre Flächen mieten, werden zur Kasse gebeten. Denn die Grundsteuer wird in der Regel vollständig über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt.


Außerdem plant das Erlanger Rathaus, ab 2026 auch den Gewerbesteuer-Hebesatz deutlich zu erhöhen. Die höheren Hebesätze bei Grundsteuer und Gewerbesteuer steigen sorgen bei lokal gebundenen Handwerksbetrieben für eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung. „In einer Zeit hoher Material-, Energie- und Finanzierungskosten verschärfen diese Maßnahmen den Kostendruck weiter und gefährden die Stabilität des lokalen Handwerks“, mahnt Wolfgang Mevenkamp die Lokalpolitik zur Mäßigung.


Die Stadt Erlangen muss die Grundsteuererhöhung für 2026 rückgängig machen, sowie den Gewerbesteuerhebesatz auf einem erträglichen Niveau halten, um die finanzielle Belastung für betriebseigene Grundstücke zu senken und Planungssicherheit für das regional verwurzelte Handwerk zu schaffen.

Acht Forderungen an die Lokalpolitik

Erstmals legt das mittelfränkische Handwerk acht Forderungen, ergänzt um Forderungen aus den Regionen, z. B. der Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf, anlässlich der Kommunalwahl vor. Dazu gehören „Mobilitätswende gemeinsam voranbringen“, „Energiepolitik mit dem Handwerk meistern“ oder auch „Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern“. „Ein Dauerbrenner ist für das Handwerk auch eine schlanke Verwaltung, etwa mit mehr Digitalisierung und direktem Ansprechpartner für das Handwerk“, ergänzt Wolfgang Mevenkamp. All das solle beim “Kreuzchen” für die Kommunalwahl 2026 mitbedacht werden.

Quelle: KHS | Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf

Video/Bilder: Kauri Spirit Marketer

Text: Kauri Spirit