26 June 2026

„Ich will echte Wertschöpfung unterstützen“ – Lukas Werner startet als neuer KHS-Geschäftsführer

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„Ich will echte Wertschöpfung unterstützen“ – Lukas Werner startet als neuer KHS-Geschäftsführer

Erlangen | Generationswechsel bei der Kreishandwerkerschaft (KHS) Erlangen-Hersbruck-Lauf: Lukas Werner (36) ist der neue Geschäftsführer. Als Rechtsanwalt, Betriebswirt und langjähriger Ehrenamtsträger bringt er beste Voraussetzungen für seine neue Aufgabe mit. Besonders vertraut ist er mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen mittelständischer Betriebe. Zu den wichtigsten Zukunftsthemen für das Handwerk zählen aus seiner Sicht die zunehmende Bürokratie, die Gewinnung von Nachwuchs und die Digitalisierung.

Anfang Juni hat Lukas Werner das Büro seines Vorgängers Wolfgang Mevenkamp bezogen, der zum 31. August in den Ruhestand tritt. Seine Motivation, sich um den Chefposten der KHS zu bewerben, beschreibt der neue Geschäftsführer so: „Ich will diejenigen, die echte Wertschöpfung betreiben, mit meinen Fähigkeiten unterstützen.“

Vor seinem Wechsel ins Haus des Handwerks war Lukas Werner als Anwalt mit den Anforderungen und Compliance-Pflichten von Arbeitgebern unmittelbar konfrontiert. Sein persönliches Leitbild formuliert er so: „Recht organisatorisch umsetzen.“

Wertvolle Einblicke in die Herausforderungen des Mittelstands gewann Lukas Werner beim Carl-Korth-Institut in Erlangen, das Unternehmen und Verbände bei den Themen Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit unterstützt. Zu den Partnern des Carl-Korth-Instituts zählten unter anderem der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk und der Deutsche Gastronomie- und Hotellerie-Verband (Dehoga).

Bürokratie wird zur Wachstumsbremse  

Eine zentrale Herausforderung des Handwerks sieht Herr Werner in der ausufernden Bürokratie. „Für manche Unternehmen lohnt es sich deswegen nicht mehr zu wachsen“, betont der Jurist mit den Spezialgebieten Arbeits- und Wirtschaftsrecht. „Denn der zusätzliche Gewinn würde in einen erhöhten bürokratischen Aufwand fließen.“

Klar ist: Zu einem gewissen Grad sind Bürokratie und Compliance notwendig – unter anderem geht es um Arbeitnehmerrechte, Gesundheitsschutz, faire Löhne und weitere wichtige Sozialstandards. Doch das Problem liege in der Umsetzung, kritisiert Lukas Werner: „Oft kontrollieren die zuständigen Behörden nur, ob man ein entsprechendes Konzept erarbeitet hat – und nicht, ob man die Vorgaben tatsächlich einhält.“

Gerade für kleinere Betriebe stellen die umfassenden Dokumentationspflichten oft eine große Hürde dar, denn sie sind zeitaufwendig und binden viel Personal. Dieser bürokratische Aufwand wiederum erschwert es, attraktive Aufträge von Städten und Kommunen zu erhalten, etwa im Bereich Bau oder Bausanierung.

In regelmäßigen Wirtschaftsgesprächen versucht die Kreishandwerkerschaft, gemeinsam mit Erlangens Oberbürgermeister Jörg Volleth sowie den Landräten Alexander Tritthart (Erlangen-Höchstadt) und Armin Kroder (Nürnberger Land) pragmatische Lösungen zu finden und die Vergabepraxis mittelstandsfreundlich zu gestalten. Auch mit Walter Nussel, dem CSU-Landtagsabgeordneten für den Landkreis Erlangen-Höchstadt und Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Bürokratieabbau, ist das Handwerk in ständigem Austausch.

„Im Handwerk erfährt man Selbstwirksamkeit“

Ebenso überlebenswichtig wie der Umgang mit der Bürokratie ist die Gewinnung von Nachwuchs – doch auch sie wird komplizierter: Die Alterung der Gesellschaft macht vor dem Handwerk nicht Halt. „Es gibt nicht mehr genügend Arbeitskräfte, um den gesellschaftlichen Bedarf zu decken“, stellt Lukas Werner fest.

Vor diesem Hintergrund, betont der neue KHS-Geschäftsführer, müsse das Handwerk die eigenen Stärken noch deutlicher herausstellen: „Wenn man im Handwerk arbeitet, erfährt man Selbstwirksamkeit und sieht, was man geleistet hat. Außerdem sind Handwerksberufe weitgehend krisenfest.“

Eine wichtige Grundlage hierfür ist die duale Ausbildung, die international einen hervorragenden Ruf genießt. Gerade auf einem Arbeitsmarkt, der für immer mehr Berufe einen Hochschulabschluss voraussetzt, beweist sich die Stärke dieses Systems, das Theorie und Praxis miteinander verbindet.

Wertvolle Erfahrungen im Ehrenamt

Ebenso unverzichtbar für das Handwerk ist das Ehrenamt. Obermeister, Innungsvorstände, Gesellenvertreter oder Mitglieder von Prüfungsausschüssen engagieren sich neben ihrem Beruf für die Selbstverwaltung des Handwerks. Mit seiner langjährigen Erfahrung in verschiedenen Ehrenämtern bringt Lukas Werner auch für diesen Bereich wertvolle Voraussetzungen mit. Der zweifache Vater und begeisterte Organist war unter anderem als Gesamtkirchenpfleger für den Seelsorgebereich Erlangen tätig.

Gemeinsam mit dem Vorstand und den angeschlossenen Innungen möchte der neue Geschäftsführer die Kreishandwerkerschaft organisatorisch weiterentwickeln. Dazu gehören effizientere und digitale Arbeitsabläufe ebenso wie eine stärkere Vernetzung innerhalb des Verbandes.

Mit diesem Anspruch übernimmt der 36-Jährige nun Verantwortung für eine Organisation, die das Handwerk in der Region seit Jahrzehnten begleitet und stärkt.“

Quelle: KHS | Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf

Video/Bilder: Kauri Spirit Marketer und KHS

Text: Kauri Spirit